Pinzgau: 4. Bürgermeister*innen-Konferenz analysierte Erfahrungen aus der Corona-Krise und diskutierte Krisen- und Katastrophenplan!

Rechtsberatung und Kommunikationsstrategie auf Agenda des Regionalverbands

Datum

(Zell am See, 2020-06-17) Die Bürgermeister*innen der 28 Gemeinden des Pinzgaus trafen kürzlich im Congress-Center Zell am See zu ihrer 4. Konferenz zusammen um kommunalpolitische Erfahrungen auszutauschen und wichtige gemeinsame Vorhaben zu koordinieren. Den Vorsitz führte Bürgermeister Hans Warter aus Piesendorf.

Die Bürgermeisterkonferenz widmete sich eingehend den aus der Bewältigung der Corona-Krise gewonnenen Erfahrungen. Der eingesetzte Krisenstab des Bezirkes unter Vorsitz von Bezirkshauptmann Dr. Bernhard Gratz habe in enger Abstimmung mit den Bürgermeistern und den Blaulichtorganisationen alle Herausforderungen bewältigt und damit die Pandemie unter Kontrolle behalten. Bestens bewährt habe sich der enge Informationsaustausch im Regionalverband Pinzgau, der rasche und gemeindeübergreifende Reaktionen auf die Covid-19-Gefahr ermöglicht habe. Um für eventuelle erneute Krisen gerüstet zu sein, wurden die Erkenntnisse in einen Krisenplan gegossen und in der Konferenz diskutiert.

 

Gesundheit im Bezirk Pinzgau hat oberste Priorität

In einem eigenen Tagesordnungspunkt beschäftigte sich die Bürgermeister*innen-Konferenz schließlich mit der Gesundheitsversorgung im Bezirk Zell am See. Die Corona-Krise habe die Unverzichtbarkeit der regionalen Standorte des Tauernklinkums in Zell am See und Mittersill deutlich gemacht. TK-Geschäftsführer Mag. Franz Öller und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Wolfgang Viertler widmeten sich in Statements auch der schwierigen Situation der Kliniken in Folge der „Lähmung des normalen Spitalsbetriebs während der Covid-19-Pandemie“. Der besonderen Situation und zukünftigen Entwicklung der Pinzgauer Pflege- und Seniorenwohnhäuser nahm sich Bürgermeister Hans Warter an.

Die Bürgermeister*innen-Konferenz sprach der Leitung und den Ärzten*innen der Tauernkliniken, den niedergelassenen Ärzten*innen, dem Pflegepersonal und Mitarbeitern*innen des Roten Kreuzes sowie den Apotheken des Bezirkes besonderen Dank für ihre Leistungen während der Covid-19-Pandemie aus. Großer Dank erging auch an alle Mitarbeiter*innen in den systemrelevanten Bereichen sowie in den Kommunen. Großen Respekt und Hochachtung sprach die Bürgermeister*innen-Konferenz den Gemeindebürger*innen des Pinzgaus aus, die allen Anordnungen der Bezirkshauptmannschaft, des Krisenstabes und der Bürgermeister*innen verantwortungsbewusst und vorbildlich Folge geleistet hätten.

 

Saftiges Minus bei den Ertragsanteilen im Juni 2020

Die Corona-Krise wirkt sich auch massiv auf die finanzielle Situation der Gemeinden aus. Die Mitteilungen des Finanzministeriums betreffend die Ertragsanteilvorschüsse für den Monat Juni 2020 haben verdeutlicht, wie ernst die Lage ist: mehr als 30 Prozent Minus gegenüber dem Vergleichszeitraum Juni 2019 und die wirtschaftliche Talfahrt nimmt weiter an Geschwindigkeit zu. Mit der drohenden Schieflage und der Frage, wie die Verluste der Gemeinden gering gehalten werden können, befasste sich vom Salzburger Gemeindeverbandes Dr. Martin Huber.

 

Pinzgauer Gemeinden arbeiten an Kommunikationsstrategie

Bürgermeister Dr. Wolfgang Viertler (Mittersill) skizzierte im Rahmen der Bürgermeister*innen-Konferenz die Grundzüge einer neuen Kommunikationsstrategie für den Regionalverband. Gerade Bürgermeister*innen seien immer stärker gefordert, ihre Positionen gegenüber den Gemeindebürgern*innen in den sozialen Medien, aber auch gegenüber Journalisten und klassischen Medien zu vertreten. Um sich gegen Fake-News, manipulative Berichterstattung und unhaltbare Vorwürfe zur Wehr setzen zu können sei eine rechtliche Beratungsstelle ebenso notwendig wie eine professionelle PR- und Kommunikationseinheit, die den Gemeinden zur Verfügung stehen müsse. Die Corona-Phase habe zudem gezeigt, dass auch der klassischen Krisenkommunikation immer größere Bedeutung zukomme. Der Regionalverband Pinzgau wird sich in den kommenden Monaten intensiv mit diesen Themen beschäftigen.

Neben der Vorstellung, wie der Einsatz mit Drohnen bei Wildbachbegehungen und KAT Einsätzen funktionieren kann, wurde von der Pinzgauer Bürgermeister*innen -Konferenz  ein einstimmiger positiver Beschluss  zur geplanten Entlastungsstraße in Schüttdorf gefasst. Die nächste Konferenz findet turnusmäßig im Herbst 2020 statt.