Oberpinzgau

Der Oberpinzgau als westlichste Region Salzburgs erstreckt sich als langgestrecktes Gebirgstal an den Nordflanken der Hohen Tauern von Niedernsill bis Krimml und ist geographisch bestimmt vom breiten oberen Tal der Salzach.

Die Nord-Süd-Ausdehnung des Oberpinzgaus beträgt 20 bis 25 km und wird im Süden von den Dreitausendern der Zentralalpen (Hohe Tauern) und im Norden von den Kitzbüheler Alpen begrenzt. Das breite Salzachtal und seine Hochalmen dominieren das Landschaftsbild. Im Talschluss liegen die Gemeinden Krimml, Wald im Pinzgau und Neukirchen am Großvenediger. Im darauffolgenden breiteren Salzachtal reihen sich die Gemeinden Bramberg am Wildkogel, Hollersbach, Mittersill, Stuhlfelden, Uttendorf und Niedernsill aneinander.

Der Oberpinzgau weist aufgrund seiner räumlichen Struktur und der Lage im alpinen Raum eine hohe Wohn- und Lebensqualität auf. Die Erschließung des bestehenden Siedlungsraumes in der Teilregion, durch technische Ver- und Entsorgungsinfrastruktur, ist in einem hohen Ausmaß gegeben.
Für die weitere Siedlungsentwicklung steht ein geringer Dauersiedlungsraum (10% der Fläche) mit vielen Nutzungskonflikten (alpiner Raum, wenig Dauersiedlungsraum, Hochwasser, Gefahrenzonen, etc.) zur Verfügung.

In den letzten Jahren besteht eine stabile bis leicht sinkende Gesamtbevölkerungszahl in der Teilregion. Ziel der Teilregion ist es, diesem Trend entgegenzuwirken und unter Annahme einer durchschnittlichen Bevölkerungsentwicklung, wie im gesamten Bundesland Salzburg, bis 2030 ein Bevölkerungswachstum zu erhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen entsprechende Maßnahmen zur Mobilisierung des Baulandes und die Schaffung eines leistbaren Grundstücksmarktes geschaffen werden. Da die Bestimmungen des Salzburger Raumordnungsgesetz bzw. des Landesentwicklungsplans in Bezug auf Siedlungsentwicklung und Öffentlicher Verkehr als für den Oberpinzgau nicht anwendbar und in der Entwicklung hemmend erachtet werden, sollen Maßnahmen und Empfehlungen zur Änderung der Rahmenbedingungen forciert werden.

Zukünftige Entwicklungsschwerpunkte im Oberpinzgau sind:
- Regionale Zielformulierung für die Vorsorge eines ausreichenden, leistbaren Grundstücks- und Wohnungsangebotes für Einheimische
- Sicherung von Eignungsflächen für Siedlungsentwicklung im Rahmen der Vertragsraumordnung im Wirkungsbereich der Gemeinden – Neuausweisung von Baulandflächen für die jeweils in der Gemeinde gemeldeten Wohnungssuchenden oder neue Hauptwohnsitzer im Weg über die Vertragsraumordnung oder als Vorbehaltsfläche gemäß § 42 ROG 2009 bzw. in diesbezüglich sinngemäßer Anwendung des bodenpolitischen Instrumentariums wobei dies vorerst im Rahmen der lokalen Raumplanung erfolgen soll, erst in der Folge, soweit dies nicht möglich ist, durch regionale Vorsorgen
- effiziente Ausnutzung der sozialen Infrastruktur
- Gegensteuern zum Trend der Bevölkerungsentwicklung durch eine Rückholaktion und Standortwerbung (Komm Bleib!) mit attraktiven Angeboten von Arbeitsplätzen, Wohnungen, Baugrund, Kinderbetreuung, Schulen etc. für rückkehrwillige Oberpinzgauer und Zuwanderer
- strengere Gesetze in Bezug auf die Zweitwohnsitzproblematik – Steuerungsmöglichkeit für Zweitwohnungen durch Wiedereinführung der Zuständigkeit der Grundverkehrsbehörden nach Tiroler Beispiel
- Verhinderung der Umnutzung von Tourismusbetrieben in Zweitwohnungsanlagen und „Rückgewinnung“ von Zweitwohn- Apartmenthäuser für die touristische Nutzung durch Reallastvereinbarungen und Raumordnungsmaßnahmen