Unsere Region

Der Pinzgau umfasst den politischen Bezirk Zell am See im Salzburger Land. Mit einer Größe von 2.641 Quadratkilometern ist der Pinzgau der flächenmäßg größte Bezirk im Bundesland Salzburg und damit größer als das Bundesland Vorarlberg. Knapp 87.000 Einwohner leben im Bezirk, der im Norden an Bayern, im Nordwesten an Tirol, im Osten an den Bezirk Pongau und im Süden an Südtirol, Osttirol und Kärnten grenzt. Die Bezirkshauptstadt ist Zell am See und hat knapp 9.800 Einwohner. Die Stadt Saalfelden ist mit ca. 16.500 Einwohnern die größte Stadt im Bezirk. Mit ca. 5.000 Einwohnern ist Mittersill die kleinste der drei Städte im Pinzgau.

Der Pinzgau lässt sich in 5 Teilregionen unterteilen:

  • Oberpinzgau (Gemeinden Krimml, Wald, Neukirchen am Großvenediger, Bramberg, Hollersbach, Mittersill, Stuhlfelden, Niedernsill)
  • Zentralraum (Gemeinden Piesendorf, Zell am See, Bruck an der Glocknerstraße, Fusch an der Glocknerstraße)
  • Unterpinzgau (Gemeinden Taxenbach, Lend, Rauris, Dienten)
  • Oberes Saalachtal (Saalbach-Hinterglemm, Viehhofen, Maishofen, Saalfelden am Steinernen Meer, Leogang, Maria Alm)
  • Unteres Saalachtal (Weißbach bei Lofer, St. Martin bei Lofer, Lofer, Unken)

 

Unsere Wurzeln

Der Name "Pinzgau" leitet sich vom keltischen Stamm der Ambisonten ab (vgl. Moosleitner). Die Grafschaften Ober-, Mittel- und Unterpinzgau werden im Jahr 923 das erste mal urkundlich erwähnt. Ursprünglich war der Pinzgau ein Teil des Herzogtums Bayern. Im Jahr 1328 kam die Region unter die Herrschaft der Salzburger Erzbischöfe und war bis zum Jahr 1803 Teil des Fürsterzbistums Salzburg. Nach den Wirren der Napoelonischen Kriege und mehreren Machtwechsel (Kurfürstentum, Österreich, Bayern) kam der Pinzgau samt dem Land Salzburg 1816 endgültig zu Österreich. Bis 1848 wurde Salzburg von Linz bzw. vom Kronland Oberösterreich aus verwaltet. Erst mit der Revolution im Jahre 1848 wurde Salzburg ein eigenes Kronland. Damit wurde auch der Bezirk Pinzgau Teil des neuen Landes Salzburg.  Die Bezirkshauptmannschaft war 1850 bis 1854 in Saalfelden am Steinernen Meer untergebracht und kam dann nach Zell am See. Nach dem Ende des ersten Weltkrieges und der Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich (später nur "Österreich") wurde der Pinzgau als politischer Bezirk des neu geschaffenen Bundeslandes Salzburg manifestiert. Der zweite Weltkrieg brachte eine Zäsur in der Geschichte unserer Region und war Schauplatz der letzten Kriegshandlungen im Mai 1945. Nach der Besatzungszeit von 1945 bis 1955 (Amerikanische Zone) setzte auch der Fremdenverkehr im Pinzgau allmählich wieder ein. Mittlerweile ist der Pinzgau ein der wichtigsten Fremdenverkehrsregionen in Österreich (ca. 11,2 Millionen Nächtigungen pro Jahr).

 

Zum Wesen der Pinzgauer Bevölkerung

Der Salzburger Heimatforscher Lorenz Hübner machte im Jahre 1794 eine "Fußreise" durch das Erzstift und Reichsfürstentum Salzbug und besuchte auch unser Gebirgsland und war ein vortrefflicher Beobachter.
"Der Schlag der Menschen, der von der Natur den so sehr gesegneten Pinzgau bewohnt", schieb Hübner, "ist im Durchschnitt wohlgestaltet, mehr schlank als eingeschrumpft und mehr als mittelmäßig groß. Wer dem Pinzgauer Geistesblödheit oder Stumpfheit vorwarf, irrte sehr, der Pinzgauer hatte viel natürlichen Witz und gesunde Beurteilungskraft. Man sah zwar hier auch Menschen mit Kröpfen behaftet und Lappen, aber nicht in so großer Menge als im Pongau und Lungau. Der Pinzgauer ist wenigstens um ein Beträchtliches verständiger und zum Teil auch fähiger als seine ländlichen Nachbarn. Er war deshalb auch etwas verschlagener, auch klüger, aberi ei aller anscheinenden Offenherzigkeit zurückhaltender als der gewöhnliche Bauer, welcher in einer großen Entfernung von größeren Städten wohnte. Übrigens war er gefällig, dienstfertig und gegen Fremde und Arme besonders gutmütig. Nachbarliche Hilfe bei Feuersbrünsten und anderen Unglücksfällen war allgemein. Den Verunglückten wurde von allen Seiten unaufgefordert und unentgeltlich Hilfe gebracht. Der Diebstahl war sehr verachtet, dagegen Früchtediebereien wenig und Wilddiebstahl (Wilderei) beinahe beliebt. Es gab Leute, die in ihrem Leben keine Stadt gesehen haben und auch nicht danach lüstern waren. Daher gab es auch eine Abneigung gegen den Soldatendienst und Reisen ins Ausland. Schlägereien waren sehr zahlreich und der geringste Anlass einer Beschimpfung bewaffnete Fäuste und Arme, wobei die Stoßringe (Schlagringe) nicht unbeträchtliche Dienste leisteten."